Bitte aktivieren Sie Javascript, um alle Funktionen dieser Website, wie z.B. die Kontaktformulare, nutzen zu können.

(Kommentare: 0)

Mythos Wade-Sattel

Der Wade-Sattel hat seinen Ursprung bei den Buckaroos, den Working Cowboys im Gebiet der Rocky Mountains von Oregon. Ein Arbeitssattel, der nicht nur speziell entwickelt und hergestellt wurde für die Arbeit mit Rindern, sondern der sich außerdem durch seine Bequemlichkeit auszeichnet, die auch die Cowboys durchaus zu schätzen wussten, die den ganzen Tag im Sattel verbrachten.

Die Beliebtheit, die der Wade heutzutage unter vielen Westernreitern genießt, lässt sich zum Teil sicherlich darauf zurückführen, dass der berühmte Horseman Ray Hunt auf seinen Veranstaltungen einen Wade-Sattel ritt und ihn so einem breiten Publikum vorstellte. Außerdem reiten viele der heutigen Top-Horsemen wie z.B. Buck Brannaman, Bryan Neubert, Peter Campbell, Pat Parelli usw. Wade-Sättel und tragen damit natürlich zusätzlich zu dessen weiterer Verbreitung bei.

 

Die Geschichte des Wade-Sattels beginnt in den späten 1930er Jahren, im Wallowa County, in Oregon. Dort siedelte die Dorrance-Familie am Crow Creek, in guter Nachbarschaft zur Familie der Wades. Dem jungen Tom Dorrance fiel der Sattel seines Freundes Clifford Wade auf, den dieser in den Hinterlassenschaften seines Vaters gefunden hatte und den er wegen seiner guten Passform auf fast allen seinen Pferden benutzt hatte. Tom war so begeistert von diesem Sattel, dass er ihn schließlich zum berühmten Hamley & Company Saddle-Shop in Pendelton brachte, um den Sattelbaum dort als als exakte Kopie nachbauen zu lassen, als Basis für seinen eigenen, neuen Sattel.

Dale Harwood und Wolfgang Fey (2008)
Dale Harwood und Wolfgang Fey
in Harwoods Werkstatt (2008)

Nach Angaben von Dale Harwood, der damals als Sattler bei Hamleys arbeitete, kam Tom Dorrance im Jahr 1940 erneut zu Hamleys, weil er mit der Passform des Sattels noch nicht ganz zufrieden war. Zusammen mit Walt Youngman, dem damaligen Meister der Sattelbaumfertigung, überarbeitete er die Passform und nahm einige, kleinere Modifikationen am Sattelbaum vor, die seiner Meinung nach notwendig waren. Das Ergebnis war ein Sattelbaum, der außergewöhnlich dicht und eng auf dem Pferderücken anlag und so eine bestmögliche Kräfteverteilung beim Ropen gewährleistete. Das wurde unter anderem dadurch erreicht, dass die Fork mit dem stabilen, niedrigen Wood Post Horn aus einem Stück (aus laminierten Holzschichten) gefertigt wurde. Diese Konstruktion machte es möglich, den Bereich des Gullet tiefer auszuhöhlen, um dicht an den Pferderücken zu kommen, ohne dabei an Stabilität zu verlieren oder auf den Widerrist zu drücken. Zusätzlich erhielt die Fork nach vorne eine auffällige Verbreiterung, die das Dally Roping vereinfachte. Dorrance & Youngman verbreiterten auch die Bars und optimierten die Durchwölbung, um eine größtmögliche Auflage auf dem Pferderücken zu bekommen und somit das Reitergewicht besser zu verteilen. Das hielt den Sattel zudem besser in seiner Position, und es konnte sogar etwas weniger fest gegurtet werden. Zufrieden mit diesen Änderungen, benutzte Dorrance von da an nur noch diesen überarbeiteten Sattel. Er galt bis zum Ende seiner Karriere als einer der besten Horseman der Welt. Tom Dorrance’ Original-Sattel befindet sich heute in Besitz von Jim & Luke Neubert, den Söhnen von Bryan Neubert, die ihn 1989 von Tom Dorrance geschenkt bekamen.

Hamleys stellte noch einige dieser Sättel her und wollte den Sattelbaum nach Dorrance benennen, aber Tom wollte, dass der Baum nach seinem Freund Clifford Wade, von dem er ja ursprünglich stammte, benannt werden sollte: The Wade tree.

Der Wade-Sattel wurde zunächst überwiegend in der Region verkauft und war eng verbunden mit den Namen von Tom & Bill Dorrance. Das änderte sich, als im Jahr 1962 ein Cowboy Namens Ray Hunt im Saddle-Shop von Dale Harwood, einem jungen Sattelmacher in Idaho Falls, erschien und einen Sattel bestellte. Dale hatte nicht nur als Cowboy schon Bekanntschaft mit den Dorrance Brüdern und deren Wade-Sattel gemacht, sondern war als ehemaliger Sattler von Hamley’s Saddle-Shop auch mit der Entwicklung des Wade-Sattelbaumes bzw. des Wade-Sattels von Grund auf vertraut. Mit diesem Sattel, den Harwood damals für Ray Hunt baute, begann der Siegeszug des Wade-Sattels. Tom Dorrance soll Jahre später gesagt haben, dass es allein der Verdienst von Ray Hunt sei, dass der Wade-Sattel so populär geworden ist und dass Dale Harwood bis zum heutigen Tag den wohl authentischsten Wade-Sattel baut.

Zurück